Das außergewöhnliche Musikstück (1) – Die Mondlandung

Weil Javus etwas übrig hat für Minderheiten und Andersdenkende, werde ich  versuchen, einer bedrohten Minderheit Gutes zu tun, nämlich den Musikfreunden.

Unter Musikfreund verstehe ich jemanden, der sich tatsächlich für das begeistern kann, was diese faszinierende Kunstrichtung an Interessantem hervorbringt, unabhängig von Periode oder Genre. Der also auf der Suche nach Neuem ist, das den Horizont zu erweitern vermag – oder zumindest überrascht. Das ist rar.

Damit wir hier wirklich Ungewöhnliches betrachten, werde ich hervorragende Musikstücke, die aber „jeder“ kennt, nicht besprechen, also keine Symphonie von Beethoven, (wahrscheinlich) kein Flötenkonzert von Mozart, nicht die erste Symphonie von Schumann und auch keine Bilder einer Ausstellung (egal, wie gut mir das alles selbst gefällt).

Die Entstehungszeit der vorgestellten Stücke wird irgendwo zwischen der des Lautenbuchs der Elisabeth von Hessen und dem heutigen Datum liegen.

Beginnen wir also…

Bzw. sollte ich erst noch warnend darauf hinweisen, dass das oben Gesagte ernst zu nehmen ist: Diese Rubrik ist wirklich nur für neugierige Musikfreunde geeignet. Wer sich diesbezüglich unsicher ist, sollte das Weite suchen. Das wird sonst nervig.

Aber jetzt!

 


Neulich hörte ich ein Live-Konzert in einem sehr guten Techno-Club. Das war wirklich besonders gelungen, ich will heute aber auf etwas anderes hinweisen: Bevor das Konzert begann, spielte der Resident DJ ein Ambient-Stück, das ich erstaunlich fand.

Nach einigem Suchen fand ich es: Die Mondlandung, von General Magic, ein Stück, das bereits 1995 entstand, das aber klingt, als wär‘s eben erst erschienen. Es besteht aus dem O-Ton der deutschen Live-Übertragung der ersten Mondlandung, unterlegt mit einer sehr reduzierten „Melodie“. Der O-Ton ist an sich sehr interessant anzuhören (in seiner überkommenen Diktion und mit schnarrenden Stimmen) und auch ironisch („Es mag etwas überraschen, aber das erste was die Astronauten zu tun haben ist eben NICHT, erst mal aus dem Fenster zu schauen, sondern ihre Systeme zu testen!“). Zusammen mit der, tja, Musik, bekommt das ganze eine sehr eigenartige Atmosphäre.

Um dem Stück Rechnung zu tragen, sollte man es hören, wie ich es das Glück hatte, es zu hören: laut, in einem Saal, mit einer exzellenten Sound-Anlage und kräftigen Tieftönern. Der tiefe Bass war wirklich wichtig, den haben wir aber in der Regel zuhause nicht. Vielleicht gefällt Ihnen Die Mondlandung trotzdem.

 

 

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