Dem Land geht es schlecht

Neulich stellte in meiner philosophischen Gesprächsrunde jemand die Frage, warum die Welt so hektisch, unpersönlich und egoistisch geworden sei. Dazu ein Buchtipp:

Tony Judt war Professor für Europäische Studien in New York. In seinem Buch analysiert und erklärt er die Lage der Gesellschaften der westlichen Länder als Ergebnis der politischen Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg. Erhellend ist seine Darstellung, wie die Politik der 68er dazu führte, dass das Thema „Identität“ den öffentliche Diskurs eroberte – als Auslöser der Entwicklung, der wir uns heute ausgesetzt sehen. Die bedenklichen Folgen (auch für die Wohlhabenden) der wachsenden Ungleichheit bei den Gehältern bringen ihn zu einem Plädoyer für eine Rückbesinnung auf den Staat und ein Erstarken der westlichen Sozialdemokratie. Fundiert, durchdacht und weit weg von Stammtischparolen der einen oder der anderen Fraktion kommt er nach Analyse der Lage zu dem Schluss: „Die Sozialdemokratie steht nicht für eine ideale Zukunft, sie steht nicht einmal für die ideale Vergangenheit. Aber von allen Optionen, die uns zur Verfügung stehen, ist sie die beste.“

Tony Judt: „Dem Land geht es schlecht- Ein Traktat über unsere Unzufriedenheit“

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