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Marketing ohne “Blah” (4) – Über Webseiten

Dies ist der letzte Teil unser kleinen Serie über Marketing für Unternehmen in Haidmühle (und anderswo). Eigentlich wollte ich in dieser Folge über etwas ganz anderes reden, aber nach dem, was ich vorige Woche erlebt habe, reden wir lieber über Webseiten.

Die Webseite ist für viele Firmen das Aushängeschild, um mit der Welt zu kommunizieren. Hier stellen Firmen sich und Ihre Produkte vor und versuchen, Kunden zu akquirieren. Und weil die Webseite für die Firmen so extrem wichtig ist, schenkt man ihr höchste Aufmerksamkeit … oder auch nicht?  

Hier einige Gedanken dazu.

1) Ja, Ihre Webseite war teuer, als sie diese 2009 (oder so) erstellen ließen … Trotzdem könnte es sein, dass sie nicht mehr dem aktuellen Geschmack oder den technischen Notwendigkeiten entspricht. Eine Webseite sollte heute zum Beispiel „responsive“ sein. Was das ist und was Sie tun müssen, steht hier: /achtung-muessen-sie-ihre-webseite-umbauen/

2) Die Struktur einer Webseite sollte dem Zweck angepasst sein. Heute hat man oft schicke Webseiten, die in „Streifen“ oder „Bändern“ daher kommen. Dabei reicht der Inhalt von ganz links bis ganz rechts und ist in waagerechte Segmente beziehungsweise Bänder unterteilt. Meine eigene Seite (comtega.de) ist ein Beispiel dafür, zahntechnikzentrum.info hingegen hat eher eine klassische Anordnung. Ich habe mit einer Firma zu tun, die viele Dienstleistungen anbietet und dafür eine Webseite in „Bändern“ gewählt hatte. Das Problem: Auf der Produkte-Seite werden die Dienstleistungen vorgestellt, aber hinter einander, Band für Band, so dass man endlos scrollen muss, um alle Dienstleistungen zu sehen. Ein Beispiel ist wieder comtega.de. Man muss hier auch bis zu Ende scrollen um zu sehen, dass wir auch Webseiten anbieten (allerdings steckt hier Absicht dahinter). Überlegen Sie also, wenn Sie eine neue Webseite planen, welche Struktur besser zu Ihrem Geschäft passt. Bänder sind schick, passen aber nicht immer.

3) Manchmal sieht man Bilder, zum Beispiel von Zeichnungen, auf denen eine Art von schmutzigem Nebel um die Symbole liegt und um im Bild eingebettete Texte. Hier ist ein Beispiel:de.wikipedia.org/wiki/Kompressionsartefakt
Um diese Kompressionsartefakte zu vermeiden, benutzen Sie für Fotos das Format .jpg, aber für Logos, Zeichnungen, etc., besonders, wenn Texte im Bild sind, das Format .png.

4) Nochmals zum Thema Bilder: Viele Webseiten zeigen zu kleine oder zu große Bilder. Nichts gegen kleine Vorschaubilder, die man per Klick vergrößern kann. Falls Webseiten aber winzige Bilder von beispielsweise Produkten zeigen, die man aber nicht vergrößern kann, ist das für den Besucher ärgerlich.
Zu große Bilder, die ohne Klick geladen werden, sind aber auch ein Problem. Für Suchmaschinen (und die Besucher Ihrer Webseite) ist nämlich die Ladezeit Ihrer Webseite relevant, und diese wird oft durch zu große Bilder gebremst. Google hilft mit Tipps:
developers.google.com/speed/pagespeed/insights. Hier können Sie die Geschwindigkeit Ihrer Webseite messen lassen und sich Empfehlungen holen, wie sie diese beschleunigen.

5) Die Qualität der Bilder ist wichtig. Ein hastig aufgenommenes Foto ohne vernünftige Beleuchtung etc. lässt Räume, Personen und Produkte schlechter aussehen, als nötig. Hier finden Sie als Anregung Beispiele, wie Makler Räume präsentabel machen:
www.homestaging-muenchen.de/projekte.html

6) Ich habe mit einer Firma zu tun, die ein aufwendiges Logo mit viel goldener Farbe darin hat. Der erste Eindruck, den man hat, wenn man das sieht, ist: „Für mich zu teuer!“ Das ist vom Inhaber ganz sicher nicht beabsichtigt. Welches Gefühl soll also Ihre Webseite auslösen? Ein Vergleich: aldi-nord.de und maserati.de. Man sieht auf den ersten Blick, wer teurer („edler“) wirken will, dabei benutzen beide Firmen weiße Schrift auf blauem Grund, aber eben so, dass klar wir, wofür man steht. Dieser Punkt ist wirklich wichtig: Welches Gefühl soll im Betrachter Ihrer Webseite entstehen? Manchmal ist es gut, edel zu wirken, manchmal nicht. Und anstelle des Wortes „edel“, können viele Attribute stehen, zum Beispiel: modern, schnell, billig, führend, seriös …

7) Verzichten Sie auf Flash-Animationen. Android und Apple-Smartphones mögen die ohnehin nicht mehr abspielen, der Chrome-Browser auch nicht. Am besten, Sie löschen auch den Flash-Player, ein katastrophales Sicherheitsproblem, von Ihrem PC. Flash gehört in die Mülltonne.

Fazit: Falls Ihre Webseite ein wichtiges Medium für Ihr Marketing  ist, um mit der Welt in Verbindung zu treten, dann behandeln Sie sie auch so. Bauen Sie eine Webseite, die für den Besucher ein visuelles Vergnügen darstellt. Die technisch auf der Höhe der Zeit ist. Die vor Angriffen geschützt ist. Die Ihre Kunden auf die richtige Weise emotional und inhaltlich anspricht. Die Ihre Produkte verkauft, oder verkaufen hilft. (Ja…, ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer das ist…)

Christian  Blümelhuber meint in seinem BuchAusweitung der Konsumzone zum gegenwärtigen Marketing: „Marketing ohne Witz und ohne Mut. Hässliche Logos, langweilige Konzepte, verdrießliche Ideen ohne jede Sensibilität. […] Marketing muss wieder dreckig werden. Sich richtig im Schlamm suhlen. […] Es sollte das Heilige, Schöne und Erhabene promoten, anstatt den Durchschnitt zu etwas Besonderem machen zu wollen. […] Das Marketing sollte sich endlich wieder trauen, echte Reize zu setzen“.
Na dann los!

 

 

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