Tipps für Ihre nächste Reise nach Hamburg

Da Hamburg irgendwann von der Nordsee überspült werden wird, lohnt es sich, schnell noch einmal hin zu fahren (London auch. Aber dazu später mehr).

Hamburg ist eine der interessantesten Städte unseres schönen Landes. Am Hafen und auf St. Pauli war schon jeder, daher folgen einige Tipps abseits der üblichen Pfade.

Übernachten in Hamburg

Am Hafen, direkt gegenüber der für die Touristen so groteskt aufgeblähten neuen Ballustrade, liegt ein ehemaliges Feuerschiff in der Elbe, in dem man auch übernachten kann. Die „Zimmer“ sind ehemalige Kojen der Besatzung, daher recht klein (und die Wände dünn), die Sache hat aber trotzdem ihren Reiz. Ich entsinne mich einer Winternacht, in der ich in meinem Zimmer sanftes Klopfen gegen die Bordwand hörte. Als ich aus dem Bullauge auf‘s Wasser spähte (mein Zimmer lag unter der Wasserlinie) sah ich, dass kleine Eisschollen die Elbe herabgetrieben kamen, die gegen das Schiff stießen. Das war recht hübsch.
das-feuerschiff.de/uebernachten

 

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Das Restaurant im east

Diametral anders ist das Hotel east. Es liegt in der Nähe der Reeperbahn, soweit so gut, man übernachtet dort aber wegen des außergewöhnlichen, ja abgefahrenen Designs. Das Interieur ist wirklich exzentrisch und einen Besuch wert (siehe auch das Bild der Bar oben). Schwächen hat das Haus auch: Das Personal ist jung und hübsch, aber schnell überfordert, wenn es Probleme gibt. Die angekündigte „Zimmer ist fertig“-SMS kam nie, der Wakeup-Call kam ½ Stunde zu spät, und im Zimmer war es viel zu dunkel, weil das coole Design wohl keine Lampen zuließ. Trotzdem ist das east einen Besuch wert.
east-hamburg.de

Indisch essen

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Aus der Karte des Maharani

Unweit des east gibt es einen der besten Inder, den wir kennen: das Maharani. Hier werden auch Zutaten verarbeitet, die man sonst nicht findet. Gute Küche, nettes Ambiente und flott-freundliche Bedienung.
maharani-hamburg.de

Maritimes Museum in Hamburg

maritimes-museum

„Das Internationale Maritime Museum im denkmalgeschützten Kaispeicher B. Auf neun Ausstellungsdecks werden 3000 Jahre Schifffahrtsgeschichte mit wertvollen Exponaten, Schiffsmodellen und Gemälden gezeigt. Der Meeresforschung ist ein eigenes Deck gewidmet.“ … schreibt das Museum.
Das Museum ist in der Tat so interessant, dass man selbst als jemand, der sich nicht brennend für‘s Maritime interessiert (so wie ich) trotzdem fasziniert ist von dem Gebotenen (so wie ich).
Hier ist einfach alles da: Handelsschifffahrt, Kriegsschifffahrt, Erforschung der Meere, Schiffsbau, Modellschiffe, maritime Kunst, Seenotrettung etc.
(Falls Sie sich für Maritimes interessieren und demnächst nach Venedig kommen: Dort gibt es ein ähnliches Museum, allerdings kleiner. Da fällt mir ein: Triest hat auch eins.)
imm-hamburg.de

Kunsthalle und Museum für Kunst und Gewerbe

An nördlichen Ausgang des Haupbahnhofes liegt die Kunsthalle. „Die Kunsthalle ist eines der wenigen Häuser, die einen Rundgang durch acht Jahrhunderte Kunstgeschichte ermöglichen. Sie ist ein exzellenter Ort, um Zusammenhänge zu entdecken und neue, überraschende Einblicke zu gewinnen. In der Präsentation der renommierten Sammlungsbestände und Wechselausstellungen werden die Entwicklungen der Kunst vom Mittelalter bis heute gezeigt,“ schreibt das Museum.
Die hochinteressante Kunsthalle ist ein Pflichttermin für Kunstfreunde. Manchmal kann es recht voll sein.
hamburger-kunsthalle.de

 

Die ehemalige Spiegel-Kantine im MKG
Die ehemalige Spiegel-Kantine im MKG

Etwas weniger bekannt und frequentiert ist das Museum am südlichen Ausgang des Hautbahnhofes (wie praktisch): Das Museum für Kunst und Gewerbe. „Mit seinen über Generationen zusammengetragenen Beständen ist das MKG ein Universalmuseum, das mit über 500 000 Werken Spitzenleistungen menschlicher Kreativität und Erfindungsgabe präsentiert. Die hochkarätige Sammlung umspannt 4000 Jahre Menschheitsgeschichte von der Antike über Mittelalter und Renaissance, Barock und Klassizismus bis zur Moderne und Gegenwart.“ Dieses sehr interessante Museum zeigt Exponate aus vielen Bereichen; zusätzlich gibt es regelmäßig interessante und außergewöhnliche Sonderausstellungen, wie neulich über Turnschuhe und Mangas.
Besuchen Sie die Destille, eines „der attraktivsten Museumsrestaurants in Deutschland“. Das stimmt. Außerdem ist das Essen recht gut – auch für Vegetarier.
mkg-hamburg.de

Stilvoll anziehen

Einer der abgefahrensten Kleidergeschäfte (das ich kenne) ist Rudolf Beaufays ENGLISH CLASSIC STYLE AND MORE. Das liegt einen gemütlichen Kilometer entfernt von der Kunsthalle auf der anderen Seite der Binnenalster. Hier gibt es massenweise gebrauchte elegante Kleidung aus England und USA. Sensationell!
www.rudolf-beaufays.de

 

(Foto von Ladage&Oelke)

Im Gegensatz dazu gibt es in der Hamburger Institution Ladage & Oelke (kein Aufenthalt in Hamburg ohne Besuch dort) nur Neues. Wie in vorgenanntem Geschäft wird hier eher der fündig, der sich stilvoll-konservativ* anziehen mag. „In unserem historischen Ladenlokal mitten im Herzen der Hansestadt finden Damen und Herren mit Leidenschaft für echte Klassiker ein breites Sortiment hochwertiger Bekleidung, rahmengenähten Schuhwerks und liebevoll ausgewählter Accessoires für nahezu jede Gelegenheit. Wir sind eine echte Schatzkammer für Sammler, Jäger und Salonlöwen – männlich wie weiblich.“ … schreibt das Geschäft. Es scheint mir gewissermaßen ein Pendant zu Ed. Meier in München zu sein. Ähnliches Angebot (allerdings weniger Schuhe), und man bietet ebenfalls Schuhputzkurse an. (Am Rande bemerkt: Ein Schuhputzkurs ist eine interessante Veranstaltung. Hier lernt man, wie man Schuhe ordentlich pflegt und poliert, obendrein trifft man interessante Leute, die etwas für gute Schuhe übrig haben –  das sind nicht die schlechtesten.)
Hier sieht man das Geschäft von innen.

* Heute, da sich alle gleich anziehen, ist die dort angebotene Kleidung übrigens gleichzeitig konservativ und die neue modisch progessive Avantgarde!
So… jetzt ist es raus!
ladage-oelke.de
edmeier.de

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